Wie bleiben unsere Dörfer lebenswert? Wie sind die Gemeinden auf Krisensituationen vorbereitet? Und wie lassen sich die vielfältigen kommunalen Aufgaben angesichts zunehmend knapper Kassen bewältigen? Mit diesen und weiteren Fragen haben sich die Bürgermeister des Landkreises bei der Verbandsversammlung des Bayerischen Gemeindetags beschäftigt. Im Gasthaus Geislinger in Teisbach kamen auf Einladung von Kreisvorsitzendem Martin Hiergeist neben den kommunalen Vertretern auch Landrat Werner Bumeder sowie zahlreiche Fachreferenten zusammen, um aktuelle Entwicklungen zu beleuchten und gemeinsame Lösungsansätze zu diskutieren.
Den Auftakt der fachlichen Beiträge machte Andreas Kinateder mit der Vorstellung des 29. Dorfwettbewerbs, der 2027 unter dem neuen Motto „Unser Dorf. Unsere Zukunft“ startet. Gemeinden mit bis zu 3.000 Einwohnern können sich in zwei Größenkategorien beteiligen. Ziel ist es, Menschen zusammenzubringen, Zukunftsideen sichtbar zu machen und die Entwicklung der Dörfer aktiv zu gestalten. Für erste Aktionen stellt das zuständige Ministerium eine Unterstützung von 1.000 Euro bereit.
Schulamtsdirektor Stefan Pielmeier informierte anschließend über Gastschulanträge sowie die Themen Schulpflicht und Melderecht. Dabei ging er insbesondere auf das Sprengelrecht und die Voraussetzungen für einen Schulwechsel ein. Erfreulich sei die Entwicklung der Schülerzahlen: Derzeit könnten alle Schulstandorte gut bedient werden. Sollten künftig Anpassungen oder Kooperationen notwendig werden, wolle man frühzeitig gemeinsam mit den Kommunen und Schulen nach Lösungen suchen.
Ein weiterer Schwerpunkt war die zivile Alarmplanung. Armin Grassinger erläuterte die Aufgaben der Gemeinden im Bereich des Alarmkalenders und die damit verbundenen Herausforderungen. Auch die sichere elektronische Kommunikation zwischen den beteiligten Behörden und Kommunen spiele dabei eine wichtige Rolle.
Birgit Rötzl und Gabriele Röhrl vom Kreisjugendamt stellten die Ferienbetreuung für Kinder mit geistiger und körperlicher Behinderung im Zusammenhang mit dem Ganztagsförderungsgesetz (GaFöG) vor. Während für viele Kinder bereits Betreuungsangebote bestehen, stellt die Ferienbetreuung für Kinder mit Behinderung noch eine besondere Herausforderung dar. Diskutiert wurden verschiedene Betreuungsmodelle sowie die damit verbundenen Finanzierungsfragen.
Landrat Werner Bumeder informierte abschließend über aktuelle Themen aus dem Landratsamt. Besonders die angespannte Finanzlage bereite sowohl den Gemeinden als auch dem Landkreis große Sorgen. Sinkende Finanzkraft bei gleichzeitig steigenden Ausgaben erschwere die Haushaltsplanung erheblich. Auch die Finanzierung der Krankenhäuser bleibe eine große Herausforderung. Darüber hinaus berichtete der Landrat über die aktuelle Asylsituation, die Weiterentwicklung digitaler Angebote und die künftige Ausrichtung des Klimaschutzes im Landkreis.
Die Versammlung bot erneut eine gute Gelegenheit, aktuelle kommunale Themen gemeinsam zu beraten, Erfahrungen auszutauschen und Lösungsansätze für die Herausforderungen der kommenden Jahre zu entwickeln.