Zukunftsthemen im Fokus der Bürgermeister

Bei der Verbandsversammlung des Bayerischen Gemeindetags in Pilsting standen Ganztagsbetreuung, Katzenschutz, Energieinfrastruktur und die Finanzlage der Kommunen im Mittelpunkt.

Von der Ganztagsbetreuung über den Tierschutz bis hin zum Netzausbau für die Energiewende: Bei der Verbandsversammlung des Bayerischen Gemeindetags im Kreisverband Dingolfing-Landau standen zahlreiche Zukunftsthemen auf der Tagesordnung. Bürgermeister und Geschäftsleiter der Landkreisgemeinden kamen dazu im Pilstinger Marktsaal zusammen, um sich über aktuelle Herausforderungen und Entwicklungen auszutauschen.

Hausherr und Kreisverbandsvorsitzender Martin Hiergeist begrüßte die Teilnehmer und freute sich über die hohe Auslastung des generalsanierten Pilstinger Marktsaals. Das 1924 errichtete Gebäude wurde nach dem Erwerb durch die Marktgemeinde für 5,4 Millionen Euro netto umfassend saniert und hat sich inzwischen als Veranstaltungsort etabliert. „Wir sind mehr oder weniger ausgebucht“, sagte Hiergeist.

Ein eindringlicher Appell kam von Ilona Wojahn, Leiterin des Tierheims Quellenhof Passbrunn. Sie machte auf die wachsende Zahl freilebender Katzen aufmerksam und warb für eine regionale Katzenschutzverordnung. Allein im Juli wurden 26 Fundkatzen aufgenommen, lediglich eine konnte ihrem Besitzer zugeordnet werden. Im vergangenen Jahr registrierte das Tierheim rund 400 Fundkatzen, mehr als 1.800 Tiere wurden in den vergangenen Jahren bereits kastriert. Die Kosten dafür beliefen sich auf über 154.000 Euro. „Das Schicksal freilebender Katzen zählt zu den größten Tierschutzproblemen der Gegenwart“, betonte Wojahn.

Über den Umgang mit dem Eichenprozessionsspinner informierte Kreisfachberater Andreas Kinateder. Zwar bestehe keine gesetzliche Bekämpfungspflicht, im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht müssten Kommunen jedoch handeln, wenn Gefahren an Schulen, Kindergärten oder anderen sensiblen Bereichen entstehen. Befallene Nester sollten ausschließlich von Fachfirmen entfernt werden. Zudem empfahl Kinateder, Bauhofmitarbeiter entsprechend zu unterweisen und gefährdete Bereiche weiträumig abzusperren.

Mit dem ab dem Schuljahr 2026/2027 schrittweise eingeführten Rechtsanspruch auf ganztägige Förderung für Grundschulkinder beschäftigte sich Birgit Rötzl vom Kreisjugendamt. Der Anspruch gilt zunächst für Erstklässler und wird bis 2029 auf alle Grundschulkinder ausgeweitet. Eine Ganztagspflicht oder ein Anspruch auf einen kostenfreien Betreuungsplatz besteht jedoch nicht.

Außerdem stellte sich Simon Able als neuer Leiter der Kommunalaufsicht am Landratsamt Dingolfing-Landau vor. Unterstützt wird er künftig von Nina Schöpf. Landrat Werner Bumeder warb für eine enge Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Kommunalaufsicht und betonte: „Es gibt keine blöden Fragen, es gibt nur ein gutes Miteinander.“

In seinem Bericht ging Bumeder auf aktuelle Entwicklungen im Landkreis ein. Neben den Herausforderungen bei der Ganztagsbetreuung sprach er die angespannte Finanzlage vieler Kommunen an. Trotz steigender Sach-, Energie- und Personalkosten sei es sein Ziel, die Kreisumlage nicht zu erhöhen, sondern das Kosten- und Aufgabenbewusstsein weiter zu stärken.

Ein weiteres Zukunftsthema war die Energieinfrastruktur. Bumeder berichtete über den Fortschritt beim SüdOstLink. Das Umspannwerk in Ohu soll im kommenden Jahr in Betrieb gehen und künftig nicht nur Windstrom nach Bayern transportieren, sondern auch überschüssigen Solarstrom aus der Region in Richtung Norden ableiten. Dadurch könnten Abschaltungen von Photovoltaikanlagen künftig reduziert werden. Weitere Themen waren die mögliche interkommunale Klimaschutzkoordination sowie die Planung eines zentralen Verkehrsübungsplatzes.

Zum Abschluss dankte Landrat Bumeder den Bürgermeistern für die konstruktive Zusammenarbeit. Gemeinsam gelte es, die Demokratie zu stärken und die Lebensqualität kommender Generationen zu sichern. „Helfen wir da bitte alle zusammen. Es geht um unsere Zukunft, um unsere Arbeit und die Lebensqualität der nächsten Generationen.“

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