Die geplanten Maßnahmen zur Wasserstandsanhebung im Königsauer Moos wurden bei einer Informationsveranstaltung im Landratsamt erläutert. Zahlreiche Vertreter aus Landwirtschaft, Jägerschaft, Naturschutz und Kommunalpolitik sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger waren der Einladung gefolgt. Ziel war es, die anstehenden Arbeiten vorzustellen und den Austausch mit allen Betroffenen und Interessierten zu ermöglichen.
„Uns ist wichtig, die Menschen frühzeitig und transparent über die geplanten Maßnahmen zu informieren“, sagte Landrat Werner Bumeder. „Jeder, der sich für das Königsauer Moos interessiert, soll die Möglichkeit haben, sich aus erster Hand zu informieren und Fragen zu stellen.“
Ein stabiler Wasserhaushalt sei die Grundlage für den Erhalt unserer Moorböden. Damit könne ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden, indem Treibhausgasemissionen reduziert und gleichzeitig wertvolle Lebensräume sowohl für Tier- als auch Pflanzenarten gesichert werden. Das Königsauer Moos zähle zu den europaweit bedeutenden Naturschutzgebieten. In keinem anderen bayerischen Landkreis würden noch so viele Kiebitze und Brachvögel vorkommen.
Der neue Moormanager Alex Mühlbauer und Johannes Neuner von der Unteren Naturschutzbehörde informierten über die Historie des Projekts am Weidgraben. Das Projektgebiet umfasst ausschließlich landkreiseigene Flächen sowie eine ökologische Ausgleichsfläche. Bereits im Jahr 2023 war mit ersten Maßnahmen begonnen worden. Damals wurden zwei Stauwehre errichtet, um den Wasserstand innerhalb des Bodens der angrenzenden Flächen leicht zu erhöhen.
In einem zweiten Schritt sollen nun die Anlage eines rund 130 Meter langen Sickergrabens sowie der Bau eines dritten und vierten Stauwehres erfolgen. Dadurch sollen die Anhebung des Wasserstandes und auch der Wasserrückhalt im Projektgebiet deutlich potenziert werden. Ziel der Maßnahme ist ein Wasserstand von 10 bis 30 Zentimetern unterhalb der Geländeoberfläche mit einer Bewirtschaftung des extensiven Grünlandes.
Die Verantwortlichen betonten, dass mit vergleichsweise geringem Mitteleinsatz ein großer ökologischer Nutzen erzielt werden könne. Die Durchführung der Maßnahme werde eng von der Regierung von Niederbayern begleitet und über die Landschaftspflege- und Naturparkrichtlinie des bayerischen Umweltministeriums mit einem Fördersatz von 90 Prozent bezuschusst. Die Investition trage dazu bei, das Königsauer Moos als bedeutenden Lebensraum dauerhaft zu erhalten und gleichzeitig einen Beitrag zum Klima und Artenschutz leisten.
Im Anschluss an die Fachvorträge nutzten die Zuhörerinnen und Zuhörer die Gelegenheit, Fragen zu stellen und ihre Anliegen einzubringen. Landrat Werner Bumeder und die Referenten des Landratsamtes werteten die rege Beteiligung als Zeichen des großen Interesses am Erhalt des Königsauer Mooses und kündigten an, den Dialog mit allen Beteiligten auch im weiteren Projektverlauf fortzusetzen.